Nun ist schon wieder so viel Zeit rum und ich habe vieles erlebt. Ich hatte mein erstes Examen. Die Dozentin hatte im Vornherein gesagt „I will make it easy for you!“. Aber was soll das heißen? Zumindest war das Thema interessant: Intelligenz. Ich habe mir nicht allzu viel Zeit zum Lernen genommen und dann kam schon das Examen… Zuerst habe ich die Multiple Choice Aufgaben gesehen und dachte: Na super, jetzt bin ich wieder in Diagnostik wie vor einem Jahr! Allerdings gab es auch offene Fragen, die leichter zu beantworten waren. Darüber hinaus konnte man auch Bonuspunkte bekommen. So kam es, dass ich das Examen bestanden habe =)
Danach sollte Uwe für 11 Tage vorbeikommen, juhu! Gleich am ersten Abend haben wir uns mit einer Organisation auf den Weg nach Kappadokien gemacht. Im Vornherein hatte ich Bedenken, da ich von einem anderen Trip nur Schlechtes gehört hatte. Doch dies sollte sich hier nicht bestätigen. Es handelte sich um einen kleinen Trip mit nur einem Bus. In Kappadokien erwartete uns eine unglaubliche Landschaft und viele tolle Sachen zu entdecken. Die ersten zwei Tage haben wir mit der Organisation verbracht, haben uns Museen angeschaut, Wein probiert, Menschen beim Töpfern zugeschaut usw. Ein besonderes Highlight war außerdem eine Ballonfahrt am frühen Morgen zum Sonnenaufgang. Das war wirklich unbeschreiblich schön! Zusammen mit unzähligen anderen Heißluftballons erlebt man aus der Luft den Sonnenaufgang und hat eine atemberaubende Sicht auf die Landschaft.
Am zweiten Abend haben wir uns von der Gruppe getrennt und haben in einem für die Region typischen Höhlenhotel übernachtet. Das heißt, man schläft in einem Zimmer, das ein Hohlraum ist, der in einen Stein gemeißelt wurde. Das Zimmer, war wirklich toll und es ist auf jeden Fall zu empfehlen, mal so zu übernachten =) Am letzten Tag haben wir uns einen Roller gemietet und haben auf eigene Faust Kappadokien erkundet. Das war wie ein kleiner Road Trip und wir hatten ein richtiges Gefühl von Freiheit. Dort haben wir nochmal wunderschöne Aussichtspunkte entdeckt. Abends ging es dann, diesmal zum Glück mit dem Flugzeug und nicht mit dem Bus, zurück nach Istanbul.
Nach einem Tag Ausruhen hat Uwe dann endlich sein Geburtstagsgeschenk bekommen: Einen Flug mit dem Wasserflugzeug von Bursa nach Istanbul! Nach einem recht beschwerlichen und langen Weg nach Bursa hatten wir eine ganz tolle und neue Flugerfahrung =)
Ansonsten waren wir noch bei einer Pubnight, haben Shisha geraucht, Börek und andere Spezialitäten gegessen, waren Radfahren auf den Prinzeninseln und haben die neue U-Bahn ausprobiert, die unter dem Bosporus entlangführt. Also eine ganze Menge…
In der Uni fangen langsam die Midterms an und ich muss mich mal ein bisschen vorbereiten.
MandyOuzo - 6. Nov, 14:30
So, jetzt habe ich eine ganze Zeit lang nicht geschrieben. Aber die Zeit verging einfach wie im Fluge und es ist viel passiert seitdem. Letztes Wochenende haben mich Mama und Frank besucht. Wir haben uns zusammen ein bisschen die Altstadt von Istanbul und auch Kadiköy angeschaut. Es war echt schön den beiden zu zeigen, wo und wie ich so lebe. Und ich hoffe, den beiden hat es auch ein wenig gefallen in meiner momentanen Heimat.
Montag und Dienstag hatte ich mal wieder ziemlich viel Uni. Am Dienstag habe ich meine erste Präsentation gehalten. Dafür habe ich mich die Woche vorher vorbereitet. Da war das Wetter ziemlich schlecht. Von einem Tag auf den anderen waren es 20 Grad weniger und ich hatte ziemlich mit Kopfschmerzen und einer kalten Wohnung zu kämpfen, da die Heizung noch nicht funktionieren wollte. Die Präsentation hat recht gut geklappt, nachdem ich mir so einige Gedanken gemacht habe, weil die letzte schon ein paar Jahre her war.
Für dieses Wochenende stand ein Trip an, nach Izmir, Ephesus und Pamukkale. Mit dem Bus ging es zehn Stunden in den Süden. Izmir ist wirklich sehr schön (zumindest das, was ich gesehen habe, wir haben nicht lange gehalten), es hat mich sehr an Barcelona erinnert. Vorher dachte ich, es sei eine Stadt wie jede andere auch. In Ephesus gab es Ruinen einer Stadt zu bestaunen. Mit einem Tourguide hat das Ganze dann auch etwas mehr Sinn gemacht. Es ist schon schön zu erfahren, wie die Menschen damals gelebt haben. Pamukkale war aber das Highlight: die Salzterrassen sind der Wahnsinn! Es war so warm, dass man darin baden konnte. Dabei konnte man die wunderschöne Aussicht über das Tal genießen. Das mediterrane Klima war sowieso sehr angenehm. Jeden Tag waren es fast dreißig Grad. Darüber hinaus hat man sich wie in der Toskana gefühlt: überall Zypressen und Olivenbäume. Bei dem Trip war auch eine Weinprobe dabei, auf die ich mich sehr gefreut habe, jedoch ziemlich enttäuscht wurde: es gab Fruchtwein, der nach Essig schmeckte… Das musste wohl auch so. Als Salatdressing würde ich ihn vielleicht nehmen, aber zum Trinken war er dann wirklich nicht lecker genug. Da habe ich mir lieber ein Eis gegönnt. Allerdings ist das „dondurma“ nicht so wie in Deutschland ein Milchspeiseeis. Es ist eher eine gummiartige Masse mit Fruchtgeschmack. Die Eisverkäufer werben damit, dass sie gegen Kuhglocken schlagen und das Eis mit einem Stock kneten, teilweise hoch über ihrem Kopf. Dieses Eis ist ganz okay, aber ich freue mich doch wieder über ein leckeres Eis zuhause ;)
Darüber hinaus waren wir in einem Hotel untergebracht, was für den Preis wirklich super war. Wir hatten ein sauberes Zimmer mit Balkon und eigener Dusche. Das Buffet war ziemlich gut und der Strand war auch nicht weit entfernt. Auch abends konnte man im Meer noch schwimmen, da es recht warm war. Wirklich wunderschön! Da habe ich mich etwas geärgert, dass ich meine Residence Permit noch nicht hatte. Denn die griechische Insel Samos ist von Güzelҫamlı nicht weit entfernt.
Der Trip wurde von einer Studentenorganisation durchgeführt und die Absprachen waren recht „türkisch“. Sollte zum Beispiel um achtzehn Uhr die Abfahrt mit dem Bus sein, wusste man schon vorher, dass sie mindestens eine halbe Stunde später sein würde :D Hat man mal eine Information durch die Veranstalter bekommen, war auch nicht klar, ob diese stimmt oder nicht doch wieder geändert werden würde. Letztendlich hat der Trip aber gut geklappt.
Ohja, vor dem Trip habe ich mein Handy registrieren lassen. In der Türkei eine spannende Sache. Hier muss man sein Handy registrieren lassen, wenn man es mit einer türkischen SIM-Karte nutzen möchte, da es sonst nach ca. zwei Wochen gesperrt wird. Man hat auch die Möglichkeit, sich gebraucht ein altes türkisches Handy zu kaufen und zu nutzen. Aber da ich auch daran interessiert war, das Internet zu nutzen, habe ich mich für die Registrierung entschieden. Dazu musste ich zunächst in eines der vielen Ämter in Istanbul, dieses war zum Glück in Kadiköy. Die Ungarin hat es mir nach einem unserer mittlerweile obligatorischen „Börekman-Meetings“ gezeigt. Dort musste ich meinen Reisepass vorzeigen, die sogenannte IMEI-Nummer meines (bzw. Uwes, danke an dieser Stelle =)) Smartphones angeben (dass es so eine gibt, wusste ich zuvor nicht…) und 115 Lira bezahlen. Nach zwei Minuten war diese teure Sache damit erstmal erledigt. Jetzt musste nur noch eine Karte her. Dabei stellt sich die Frage: Turkcell, Avea oder Vodafone? Im Internet hatte ich zuvor gelesen, dass Avea gute Angebote hat, deshalb habe ich mir einen Shop davon gesucht. Natürlich hat hier, wie auch schon im Amt, niemand Englisch gesprochen. Ein Verkäufer allerdings konnte gebrochenes Englisch, ich gebrochenes Türkisch, also passte es :D Ich habe ihm klar gemacht, dass ich nur ein Prepaidangebot haben möchte, mit Internet, SMS und Telefonieren. Er hat mir ein Angebot gemacht. Monatlich kann ich jetzt einen Betrag aufladen und habe dann zwar keine Flat, aber kann viele SMS schreiben, telefonieren und auch ins Internet. Nun sollte es eine Stunde dauern, bis die Karte aktiviert ist. Leider hat dies dann aber nicht geklappt. Da ich dann auf den Trip gefahren bin, hat sich das Thema aber leider erstmal erledigt. Einen Tag später die Überraschung: zwar kann ich immer noch keine SMS senden, aber das Internet funktioniert…Damit war ich erstmal gerettet. Denn Uwe hatte Samstag Geburtstag und es wäre sehr ärgerlich gewesen, wenn ich mich nicht bei ihm hätte melden können. Aber so war alles gut. Zumindest zunächst… Am Sonntag sollte das Internet dann auch nicht mehr funktionieren. Also musste ich nun am Montag wieder hin. Anscheinend musste das Paket für diesen Monat noch installiert werden. Wessen Internet ich bis dahin genutzt hab, weiß ich auch nicht… Allerdings funktionieren jetzt sogar die SMS, zumindest innerhalb der Türkei.
MandyOuzo - 14. Okt, 21:32
Heute musste ich „zwangsweise“ die Uni schwänzen. Leider ganze drei Kurse. Heute hatte ich nämlich den Termin für meine Aufenthaltsgenehmigung. Den hatte ich erst um halb zwei. Trotzdem bin ich schon um viertel vor Zehn aus dem Haus gegangen. Ich musste noch ein paar Kopien beim „Kopierer meines Vertrauens“ machen. Er hat mich auf Türkisch gefragt, ob ich mich mittlerweile an die Türkei gewöhnt hätte. Leider habe ich ihn nicht verstanden. Aber doch, ich glaube, so einigermaßen schon. Es ging irgendwie schneller als gedacht.
Danach habe ich die Fähre nach Europa genommen. Vor meinem Termin wollte ich noch meine Museumskarte beantragen. Eine tolle Sache: Für 15TL kann man als (türkischer) Student über 60 Museen in der ganzen Türkei kostenlos besuchen, so oft man möchte! Als ich dann bei der Tourist Information an der Hagia Sofia gefragt habe, ob ich das hier machen könnte, wurde mir gesagt, dass montags der Schalter dort geschlossen sei. Natürlich! Typisch türkisch… Also musste ich zum zwar nahe, aber auf einer Anhöhe gelegenen Topkapi Palast gehen. Bei 30 Grad eine anstrengende Angelegenheit. Die Schlange vor den Schaltern war unheimlich lang, voll von Touristen, die den Palast besichtigen wollten. Aber es nützte nichts, ich musste mich hinten anstellen. Ein Mann drängelte sich auf sehr interessante Weise vor: Er stellte sich so dicht an die Leute vor sich, dass sie sich unwohl fühlten und zur Seite gegangen sind. Leider eine sehr effektive Methode.
Dann kam ich endlich an die Reihe. Die Beantragung der Karte war sehr einfach. Ich musste nur meine Studentenkarte vorzeigen, um zu beweisen, dass ich in der Türkei studiere. Nach zwei Minuten hatte ich dann schon meine fertige Karte in der Hand.
Dann konnte es weitergehen nach Yusufpasa, der Station, an der ich aussteigen sollte. Eigentlich sollte mich eine türkische Bekannte bzw. mein Buddy zum Amt begleiten, aber beide hatten keine Zeit. Und ich wusste nicht genau wo ich hinmusste. Also habe ich sehr oft nachgefragt und nach einer halben Stunde fast nur geradeauslaufen und fragen kam ich endlich an ein riesiges Gebäude mit einer Flagge davor. Aber nein, das war es natürlich nicht. Auch das Amt danach war nicht, was ich gesucht hatte. Erst danach kam ein Gebäude, vor dem Polizisten mit Waffen standen. Das musste es sein! Und dann war es wie beim Flughafen. Bevor ich eintreten konnte, musste ich alle Metallgegenstände ablegen und meinen Pass vorzeigen. Dann war ich drin. Eine Dreiviertelstunde eher als gedacht, aber hauptsache schonmal da. Daraufhin habe ich das Gebäude betreten. Dieses hatte ganze sechs Stockwerke. Zum Glück wusste ich, dass „Yabancı“ Ausländer heißt und wusste deshalb auch, dass ich in den ersten Stock musste. Dort war alles voller Menschen. Die Nummern an den Tafeln zeigten etwas mit 500 an, meine Nummer war die 725. Das konnte also noch dauern. Ich hatte schon von Leuten gehört, die fünf Stunden hier verbracht haben. Dann habe ich an einem Schalter die Nummer 726 gefunden und bin mit dem Spanier, der davor gewartet hat, ins Gespräch gekommen. Die Beamten hatten wohl grad Mittagspause. Um eins kamen sie wieder rein, setzten sich, stempelten ein paar Zettel, unterschrieben, taten also, als würden sie wichtige Arbeit verrichten. Dann ist der Spanier an die Reihe gekommen und überraschenderweise kurz darauf auch ich. Ich wurde dann zu einem anderen Schalter geschickt. Das kam mir etwas komisch vor. Dort sollte ich dann mein ausgedrucktes Formular abgeben. Und was sagt der Beamte? „Herzlich Willkommen, Mandy!“ Ich war so geschockt, dass ich erst garnicht antworten konnte. Bisher hatte ich viele Horrogeschichten über türkische Ämter gehört, aber dass jemand Deutsch sprechen würde, damit habe ich nicht gerechnet. Das vereinfachte die Sache ungemein. Ich gab ihm dann noch meinen Reisepass, Kopien davon, vier Fotos und meine Studienbescheinigung. Daraufhin musste ich bezahlen gehen, 198 TL in diesem Fall, um dann von ihm den Termin zur Abholung zu bekommen. In einem Monat kann ich jetzt meine Aufenthaltsgenehmigung abholen. Nach einer Stunde war ich also schon fertig =)
Zurück ging es diesmal mit Metro, Tram, Fähre und zu Fuß und nach anderthalb Stunden war ich „schon“ zuhause. Irgendwie war der Tag doch so anstrengend, dass ich bis auf Lesen nichts gemacht habe.
MandyOuzo - 30. Sep, 09:42
Da für heute super Wetter angekündigt war, wollten wir nach Bostanci fahren, nahe Kadiköy, um uns dort an den Strand zu legen. Die beiden aus Deutschland, die Ungarin und meine Mitbewohnerin sind mitgekommen. Eigentlich wollten wir Bus fahren, haben dann aber doch die Metro genommen. Und da hatten wir das Problem: Wie kommen wir an den Strand? Nach einer halben Stunde laufen und fragen haben wir ihn dann endlich gefunden. Aber dort war kein Sand! Also sind wir die eine Seite runtergelaufen, um zu schauen, ob noch ein Sandstrand kommen würde. Nach ein paar Minuten habe ich jemanden gefragt und uns wurde gesagt, dass hier kein Sandstrand sei, sondern nur Steine. Na toll. Da mein Mitbewohner aber gesagt hatte, dass hier ein Strand sein soll, musste es hier doch auch einen geben! Uns wurde dann gesagt, dass nach zwanzig (türkischen) Minuten auf der anderen Seite ein Sandstrand kommen würde. Eine andere Möglichkeit wäre zu den Prinzeninseln zu fahren. Da es aber schon recht spät war und die Fähren doofe Fahrtzeiten hatten, haben wir lieber den Weg auf uns genommen. Nach ewigem Laufen dann endlich der „Strand“. Ein kleiner Abschnitt, der sandig war, aber leider auch ziemlich dreckig. Naja, wir wollten es trotzdem versuchen und haben uns dort hingelegt. Die Jungs sind in der Zwischenzeit laufen gegangen. Das Wasser war zum Glück so warm, dass man schwimmen konnte. Aber es war voller Quallen und nicht so schön.
Nachdem wir uns Sorgen um die Jungs gemacht haben, dass sie so lange unterwegs waren (z.B. überfallen wurden oder Opfer von Organhandel geworden sind…), kamen sie dann doch zurück. Nachdem auch sie schwimmen waren, musste dringend etwas zu essen her. In Bostanci selbst war leider alles sehr teuer. Also sind wir zur Metro zurückgelaufen. Da heute ein Lauf stattfinden sollte, waren fast alle Straßen gesperrt und es herrschte ein Verkehrschaos. Nach Ewigkeiten haben wir doch die Metro gefunden. Zurück in Kadiköy haben wir uns dann für Kumpir entschieden. Eine riesige Kartoffel, die aufgeschnitten wird. Dann wird ihr Inhalt mit Käse vermischt und es werden sämtliche Zutaten gemischt darauf portioniert. Wer wohl auf die Idee gekommen ist. Wir hatten z.B. eine Art Majonäsesalat, Oliven, Bulgur, roten Salat, Würstchen, etwas Soße und noch einiges anderes darauf. Man kann wahlweise auch noch Ketchup und Majo dazu nehmen. Wir haben uns dagegen entschieden. Dies ist ein sehr interessantes Gericht, aber ich glaube ich werde es nicht so oft wieder essen… Nach einem frisch gepressten Melonensaft ging es dann nach Hause.
MandyOuzo - 29. Sep, 09:38
Heute Morgen war ich mit einer ungarischen und einer niederländischen Studentin frühstücken, es gab wieder Börek mit Käse. Dazu Zitronenlimonade. Lecker! Der Verkäufer war sehr freundlich und hat uns noch etwas zum Probieren gegeben.
Danach bin ich mit der Ungarin nach Europa gefahren, um den großen Basar zu besuchen. Da heute Samstag ist, war unheimlich viel los. Viele Türken haben wahrscheinlich frei, viele Touristen besuchen die Stadt und zusätzlich dazu haben drei Kreuzfahrtschiffe angelegt… Somit wurde mir heute zum ersten Mal bewusst, was „kalabalık“ wirklich bedeutet. Die ganzen Straßen waren voller Menschen und auch auf dem Basar war es nicht anders. Hier haben wir uns nach Schuhen umgesehen. Ein Verkäufer wollte für Schuhe, die ich kaufen wollte, 95TL. Viel zu viel! Da habe ich erstmal losgelacht und ihm gesagt, dass das ja wohl viel zu teuer sei. Dann habe ich noch hinzugefügt, dass ich die Schuhe in einem Laden weiter unten für 35TL gesehen habe. Er wollte sie mir für 45, danach für 40TL verkaufen. Letztendlich habe ich die Schuhe doch auf 35TL heruntergehandelt. Er wird immer noch genug daran verdienen. Die ungarische Studentin hat sich auch ein Paar gekauft. Natürlich hat der Verkäufer, als wir auf die Schuhe warten mussten (Im Basar werden die Schuhe meist nur ausgestellt. Möchte man eine bestimmte Größe, telefoniert der Verkäufer mit einem Shopbesitzer und ein Laufbursche bringt die Schuhe…), ob wir verheiratet sind. Diesmal waren wir verlobt und zu touristischen Zwecken unterwegs. Später wollte er noch ein Foto und einen Kuss, aber wir haben abgelehnt ;)
Daraufhin haben wir einen Apfeltee getrunken in einem Cafe mitten im Basar, wo ich schon im Januar mit Dirk war. Lecker! Man glaubt es kaum, aber dieser kleine Gang durch den Basar war so ermüdend wegen der ganzen Eindrücke und der vielen Menschen. Da haben wir uns dann auf den Weg nach Hause gemacht.
In Kadiköy hat die Ungarin mir noch einen tollen Laden gezeigt, in dem man frisch gepresste Säfte kaufen kann. Nach einen „Kokteyl“ (Orange, Apfel, Karotte) ging es dann nach Hause. Abends habe ich wieder für die Uni gelesen. Irgendwie komme ich damit nicht ganz hinterher…
MandyOuzo - 28. Sep, 20:13
Heute war ich mit den zwei Deutschen aus Europa joggen, wieder hier am Ufer in Kadiköy. Hatte ich schon erwähnt, dass sich hier wahrscheinlich der einzige Fahrradweg Istanbuls befindet?? Die beiden waren zumindest ziemlich schnell und ich hatte Mühe, hinterherzukommen. Heute war es wieder sehr warm, um die 26 Grad, aber es war windig, von daher war es angenehmer zu joggen.
Nach einer Dusche und etwas Frühstück begann ich dann wieder zu lesen. Bis zur nächsten Woche sollen wir im Literaturkurs ein Buch halb durchlesen. Ich bin vor ein paar Tagen schon auf Englisch angefangen, war aber viel zu langsam, als dass ich das in der Zeit schaffen könnte und habe nun auf Deutsch weitergelesen. Nach drei Stunden war ich dann im dritten Kapitel des ersten Teils… fehlen nur noch so zehn Kapitel. Ich glaube ich werde mir doch des Öfteren Zusammenfassungen durchlesen. Allerdings habe ich Mama schon in „Auftrag“ gegeben, mir die nächsten Bücher auf Deutsch mitzubringen, um ein wenig Zeit zu sparen.
Nach diesen frustrierenden Lesestunden habe ich mich auf den Weg zur Fähre gemacht, um mich mit einer Studentin aus Ungarn und noch ein paar anderen zu treffen. Dort habe ich wieder neue Leute kennengelernt. Zum Beispiel auch einen Deutschen, der doch wirklich vorher noch keine Deutschen getroffen hat! Zurzeit so gut wie unmöglich hier. Außerdem habe ich, ohne es zu wissen, eine Studentin aus der Tschechischen Republik wiedergetroffen. Istanbul kann so klein sein! Wenn man dann noch bedenkt, dass ich auf dem Weg die zwei Franzosen aus meiner Uni getroffen habe…
Wir wollten dann in eine Bar und wie das in Istanbul so ist, sind wir durch einen kleinen, nicht vielversprechenden Eingang gelaufen, um danach in einem wunderschönen Teegarten zu landen =) Nach ein paar Apfeltees und Shishas (währenddessen habe ich noch meine Freundin aus Europa und ihren Besuch von der Fähre abgeholt) sollte es dann auf einen Geburtstag gehen. Das Geburtstagskind kannten wir leider nicht und auch sonst kaum jemanden, sodass wir uns dann sehr bald auf den Heimweg gemacht haben. Es war aber schön, mal eine andere WG zu sehen. In diesem Fall eine mit Balkon und Terrasse!
MandyOuzo - 27. Sep, 19:54
Heute habe ich wieder ganz viel gelesen. Zunächst etwas über individuelle Differenzen. Gegen Mittag habe ich mich mal wieder in Kadiköy umgeschaut. Es war unheimlich warm, ca. 26 Grad. In einem Teegarten habe ich etwas bestellt und wollte etwas zu den Gesetzen in der Türkei lesen, das war mir dann aber ohne Wörterbuch zu schwer und so habe ich einfach den Tee genossen und bin danach durch die Straßen geschlendert. Es gibt hier echt sehr viele schöne Ecken =) Nach einem Einkauf und einem Gang zur Bäckerei ging es wieder nach Hause. Dort habe ich mich erstmal generell über die Politik in der Türkei informiert bzw. vielmehr über die Geschichte. Das war sehr spannend, hier scheint ganz schön viel passiert zu sein. Von den Reformen Atatürks über eine Pogromnacht, über wirtschaftliche Probleme, die ein Nachfolger verursacht hat (der dann wegen Korruption und anderer Dinge zum Tode verurteilt wurde…) und eine zeitweise technokratische Regierung. Zumindest bin ich bisher nur bis 1980 gekommen.
Abends habe zwei meiner Mitbewohner (der Italiener und der Österreicher) mit mir gekocht. Es gab Spaghetti Arrabiata, sehr lecker. Mit den beiden konnte ich mich dann noch ein wenig unterhalten. Das war ein sehr schöner „WG-Abend“.
MandyOuzo - 26. Sep, 19:53
Es war ein sehr schönes Gefühl, heute mal auszuschlafen. Zumindest bis sieben Uhr. Meine innere Uhr scheint sich wohl schon umgestellt zu haben. Ich habe den Shuttle um 9:15 genommen und dort einen französischen Erasmusstudenten getroffen. Es war sehr witzig, als er zu einem Thema sagte: „What de ell?“…
Ich wollte mich im Cafe mit einer Türkin treffen, die ich gestern kennengelernt hatte. Da ich noch ein bisschen Zeit hatte, habe ich mir die Sportstätten angeschaut. Die sehen ganz schön groß und recht amerikanisch aus. Zu unserem Treffen ist die Türkin leider nicht erschienen, aber ich konnte draußen bei 25 Grad einen Tee genießen, das war auch super.
Dann habe ich meine Studentenkarte abgeholt, mit der man auf dem Campus alles bezahlen kann: das Essen, Kopien und den Shuttleservice. Mit dieser Karte bin ich in die Bibliothek, hier „Information Center“ genannt, gegangen, um ein Buch auszuleihen und Kopien zu machen. Hier konnte man allerdings nicht, wie man meinen könnte, seinen Kredit für Kopien aufladen, sondern im Hauptgebäude neben der Mensa. Natürlich, hätte ich auch gleich drauf kommen können ;) Also erstmal ab ins Hauptgebäude, um die Karte aufzuladen. Dort gab es auch noch ein paar Probleme, aber es hat geklappt. Danach wieder zurück in die Bibliothek, um das Buch auszuleihen und daraus Kopien zu machen. Dafür habe ich insgesamt einen Kopierer gefunden… Dann habe ich die erste Kopie gemacht und sie war zu groß. Ein Mann musste mir helfen, die richtige Einstellung zu finden. Daraufhin habe ich 83 Seiten Einführung in das türkische Gesetz kopiert. Ob ich die wohl alle lesen werde? Zumindest habe ich das Buch dann wieder abgegeben und habe meinen Kurs Abnormal Behavior besucht. Da ich das Kapitel zu heute gelesen habe, kam irgendwie nichts Neues dran. Es scheint wohl nur wiederholt zu werden, was darin steht. Eine gute Nachricht gibt es trotzdem: diese eine Stunde, zu der ich mittwochs kommen muss, wird vielleicht auf Montag verlegt. Das würde heißen, dass ich nur zwei Tage Uni haben würde.
Danach war ich mir nicht sicher, ob ich eine Aufgabe von Montag korrigieren müsste oder nicht und habe sie dann doch korrigiert und gesendet. Und dann gings auch schon wieder nach Hause.
Auf dem Weg habe ich mir eine Bandage für meine Hand gekauft, da ich schon wieder eine Sehnenscheidenentzündung habe. Dazu war ich in der Apotheke und habe mein Anliegen mehr oder weniger auf Türkisch erklärt. Ich wurde ins unterste Stockwerk geführt, wo ich zunächst eine Bandage bekommen habe, die mich eher an Schoner vom Inline Skaten erinnert hat. Als ich ihm erklärt habe, dass ich damit auch schreiben müsse, hat er eine kleinere rausgerückt, die ich dann oben bezahlen musste.
Auf der Straße habe ich mir dann noch Börek mit Käse geholt und einen Nachtisch mit Pistazien, ähnlich Baklava. Zuhause musste ich dann wieder lesen, lesen, lesen…
Daraufhin ging es erstmal zu einer Erasmusparty =)Leider hatten wir keine Karten. Aber es kannte wieder jemand jemanden, der jemanden kannte, der von jemandem wusste, dass der noch Tickets hat. So haben wir dann doch Eintritt in den im sechsten Stock auf einer Dachterrasse gelegenen Club bekommen. Das Wetter war immer noch sehr warm, von daher war es echt super. Die Musik war auch nicht so laut, also konnte man sich noch gut unterhalten.
MandyOuzo - 25. Sep, 18:50
Heute musste ich wieder den Shuttle um 7:15 nehmen. Auf dem Weg dorthin habe ich Kadiköy nicht wiedererkannt. Alles war ruhig, als sei ich in einer Kleinstadt. Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist! Im Shuttle habe ich eine andere Austauschstudentin gefunden.
Diesmal war ich pünktlich zum Kurs da. In Empirical Research sollte es heute ein wenig um die Praxis gehen. Wie nutze ich SPSS? Interessant, aber das Tempo war hoch und mein PC wollte nicht immer so wie ich. Tolle Voraussetzungen.
Danach hatte ich eine Stunde Pause und war mit einem mitgebrachten Frühstück besser vorbereitet als den Tag zuvor. Nach Frühstück und Kaffee ging es dann weiter mit Turkish Governance. Vor dem Kurs hatte ich im Vornherein etwas Angst, da ich von Politik nicht viel verstehe und nicht wusste wie hoch die Anforderungen sein würden. Der Dozent war allerdings sehr nett und zum ersten Mal habe ich den Satz gehört „Ihr bezahlt für mich, also muss ich auch was für euch tun.“. Er weiß wirklich ziemlich viel über sein Fach und teilt sein Wissen gern mit. Das zum Glück auf einfache Weise. Außerdem sind die Fragen, die er stellt, sehr interessant. Allerdings war ich die einzige Austauschstudentin. Bis auf ein paar Fragen, die auf Türkisch gestellt wurden, ist mir das aber bisher nicht groß aufgefallen.
Zuletzt hatte ich den Kurs Individual Differences. Da kann ich mir zurzeit noch nicht so viel drunter vorstellen, aber es wird sich alles zeigen.
Was mir insgesamt aufgefallen ist, ist der Fakt, dass ich ziemlich viel lesen werde. Jeder Dozent versorgt einen mit Literatur ohne Ende und wie es scheint, erwarten alle, dass man alles von ihnen liest.
Zurück in Kadiköy habe ich nach dem Essen (wieder Nudeln mit Tomatensoße – diesmal aus dem Glas und viel besser!) gleich angefangen zu lesen über Abnormal Psychology. Sehr spannend, aber ich muss erstmal in das Englisch wieder reinkommen. Ansonsten habe ich noch eine Mail aus dem Research-Kurs von heute Morgen erhalten: „Your headsize was not in milimeters. It was in the instructions. Next time it will cause you loose points.“ Oh Mann, das kann ja interessant werden…
Ansonsten habe ich mich heute insgesamt sehr überfordert mit den vielen neuen Anforderungen gefühlt. Das wird in den nächsten Tagen hoffentlich besser.
MandyOuzo - 24. Sep, 09:42
Was für ein wundervoller Start in den Tag! Heute Morgen klingelte mein Wecker um 6:15. Und ich dachte schon ich sei im Auslandssemester… Da mein Shuttlebus um 7:15 kommen sollte, musste ich recht früh aufstehen. Für heute standen drei Kurse auf dem Plan. Leider habe ich meinen ersten, der um 8:40 beginnen sollte, schon gleich um zehn Minuten verpasst, da der Bus so lange im Stau stand. Statt normalerweise 50 Minuten, hat der Bus heute anderthalb Stunden gebraucht.
Zum Glück haben die Dozenten sehr freundlich reagiert. Bei dem Kurs geht es um Empirical Research. Das hatte ich eigentlich schon im letzten Semester, aber ich habe das Gefühl, dass ich hier noch mehr erfahren kann. (Außerdem war ich im letzten Semester eher selten in dem Kurs…) Die Dozentin startete mit den Worten, dass beim letzten Kurs viele verzweifelt sind und geweint haben. Aber sie hätten das System für dieses Jahr geändert. Das hoffe ich mal. Aber so schlimm kann es eigentlich nicht sein. Das Spannende an diesem Kurs ist, dass er von einer Russin und einem Italiener unterrichtet wird. Beide Akzente sind sehr unterschiedlich und diese Mischung ist wirklich spannend :D In diesem Kurs wurde auch der Unterschied zu einer öffentlichen Uni deutlich. Nur ca. zwölf Studenten besuchen ihn.
Danach hatte ich erstmal zwei Stunden Pause. Da ich noch nichts gefrühstückt hatte, wollte ich mir etwas in der Cafeteria holen. Diese hatte allerdings geschlossen. Dann habe ich die Studenten, die ihr Frühstück vor sich hatten, gefragt wo sie es herhaben. „Aus der Cafeteria.“ Mh. Also scheint sie zeitweise geschlossen zu sein. Das weiß man aber auch nicht so genau, da keine Öffnungszeiten dranstehen und auch im Internet keine zu finden sind. Was also tun? Natürlich in den unieigenen Supermarkt! Dort war die Frühstücksauswahl allerdings nicht so groß. Nächstes Mal muss ich mir wirklich Frühstück mitbringen.
Als ich mir im (auch unieigenen) Starbucks einen Kaffee holen wollte, habe ich meine Mitbewohnerin getroffen, mit der ich dann zusammen den Kaffee getrunken habe.
Danach hatte ich den Kurs „Abnormal Behavior“. Diesmal sind fünf Studenten im Kurs. Dieser ist sehr anspruchsvoll, aber wirklich sehr interessant. Es wird zunächst darum gehen, was überhaupt normal ist. Daraufhin werden Krankheiten wie Schizophrenie, bipolare Störungen oder z.B. Depressionen an Beispielen von Literatur und Filmen besprochen. Die Dozentin spricht sehr gut Englisch.
Nach dem Kurs habe ich meine Freundin und meine Mitbewohnerin getroffen und habe diesmal im Café einen Köfte Dürüm gegessen, der sein Geld so viel mehr wert war als das Mensaessen.
Im Buchladen musste ich mir für den Behavior-Kurs ein Buch kaufen. Mit 89TL kein Schnäppchen, aber ich habe die Hoffnung, es auch nach dem Kurs noch benutzen zu können. Dort habe ich eine andere Austauschstudentin getroffen, die gerade sehr unter Heimweh leidet und ich musste sie erstmal trösten =( Heimweh zu haben kann ich von mir gerade zum Glück nicht behaupten.
Der letzte Kurs für diesen Tag war ein Literaturkurs, in dem es um Ideologien und Wiederstand geht. Die Dozentin hat eine sehr lange Einführung gegeben, die zwar interessant, aber eben lang war. Für diesen Kurs muss ich fünf Romane lesen, die alle sehr spannend sind. Mal schauen, ob ich es schaffe, sie alle zu lesen. Der Kurs wurde schon eher beendet, sodass ich den Shuttle nehmen konnte, der zwei Stunden früher losfahren sollte. Allerdings war wieder so viel Stau, dass ich erst anderthalb Stunden später in Kadiköy ankam. Nun war ich ziemlich fertig von den vielen Eindrücken, den vielen englischen Fachausdrücken und müde, weil ich so früh aufgestanden bin. Aber ich musste noch einkaufen. Bei diesem Einkauf habe ich die leckersten Oliven überhaupt gefunden =) Ich habe versucht, dem Verkäufer klar zu machen, dass ich welche ohne Stein haben wollte. So kam ich dazu, einige zu probieren. Heute habe ich mir auch endlich mal ein Innenfutter für die Bettdecke gekauft, da es nachts doch schon relativ kühl wird.
Unsere Dusche ist seit ein paar Tagen kaputt. Erst fing der Duschkopf an zu tropfen, jetzt fließt die ganze Zeit Wasser heraus. Der Vermieter und sein Cousin waren kurz da, um das Wasser zu stoppen und die Dusche dann am nächsten Tag zu reparieren.
MandyOuzo - 23. Sep, 22:43
Heute habe ich mal wieder versucht auszuschlafen. Das klappt hier aber leider irgendwie nicht. Ich wache immer zwischen halb neun und neun auf. Mit ein paar Leuten haben wir abgemacht uns in Europa zu treffen, um auf den großen Basar zu gehen und ein paar Dinge zu kaufen. Leider habe ich dann herausgefunden, dass er sonntags geschlossen hat. Zwar gibt es keine gesetzlichen Ladenöffnungszeiten in der Türkei, aber irgendwie scheinen doch manche Läden oder Basare an bestimmten Tagen geschlossen zu sein.
Wir haben dann beschlossen, einfach ein wenig durch Istanbul zu laufen und einen Tee zu trinken. Am großen Basar sind wir dann in einem Restaurant gelandet, wo ich im Januar schon gewesen bin und das ich sehr freundlich in Erinnerung hatte. Als wir allerdings nur einen Tee bestellen wollten, sagte der Kellner „No!“. Er wollte unbedingt, dass wir was essen, damit es sich für ihn mehr lohnt. Und da er sehr unfreundlich wurde, sind wir dann gegangen. Im nächsten Imbiss haben wir dann unseren Tee bekommen und sogar etwas zu essen bestellt. Ich hatte Menemen, Rührei mit Tomaten und Paprika, das mir im Vornherein sehr empfohlen wurde. Leider schmeckte es nicht so gut und Salz, Pfeffer und massig Chili haben es auch nicht besser gemacht :D In diesem Imbiss hat uns dann auch meine Freundin gefunden.
Dann wollten wir zu einem Flohmarkt, der heute stattfinden sollte, aber ziemlich weit weg war. Deswegen haben wir nur einen Spaziergang gemacht und in Beyoglu mit Blick auf Istanbul einen Tee getrunken. Dann musste ich auch schon wieder nach Hause. Abends habe ich ein paar Dinge für die Uni bereitgelegt und war schon sehr aufgeregt, wie mein erster richtiger Unitag werden würde.
MandyOuzo - 23. Sep, 09:08
In Istanbul gibt es unheimlich viele streunende Hunde und Katzen. Das ist manchmal wirklich schwierig mit anzusehen. Manchmal werden die Tiere sogar akzeptiert: Es werden Futter und Wasser für sie hingestellt. Die Hunde werden manchmal genutzt, um das „Revier“ zu bewachen vor anderen Hunden oder Eindringlingen.
In Şile am Strand war es nun so, dass wir unser Essen ausgepackt und dann sofort ein Hund angetrottet kam, um zu betteln. Das war eine schwierige Situation. Einerseits wussten wir, dass er hungrig war, andererseits wollten wir ihm aber nichts geben, weil er sonst nur noch mehr gebettelt hätte.
MandyOuzo - 21. Sep, 09:05
Heute waren meine Freundin und ich nochmal in Şile am Strand,weil es uns letztes Mal so gut gefallen hat. Morgens habe ich noch eingekauft und dann ging es los. Leider war das Wetter dort nicht so gut. Sehr bewölkt und windig, also recht kalt und nicht wirklich geeignet für einen Bade- und Schwimmtag. Also sind wir erstmal auf einen Felsen am Meer geklettert und haben dort gepicknickt und uns unterhalten. Dort fühlte es sich nicht an wie die Türkei, mehr nach einem nordischen Land. Später sind wir noch zu einer kleinen Höhle „gewandert“, die direkt am Ufer lag.
Danach haben wir uns auf die Suche nach einem Strand gemacht. Da wir gehört hatten, dass man normalerweise 20TL für den Strand bezahlen muss, den wir letztes Mal hatten, haben wir uns auf die Suche nach einem anderen gemacht. Und wir sind fündig geworden! Mittlerweile war es auch so warm, dass man (zumindest einigermaßen) ins Wasser gehen konnte. Aber es war schon viel kälter als letzte Woche. Zuletzt haben wir noch Tee und Kaffee an einem Strandhäuschen getrunken. Übrigens mussten wir für die Strandnutzung nichts zahlen, nur für die Getränke.
Abends ging es dann zurück mit einem Lahmacun, einer türkischen Pizza. Lecker! Wieder in Üsküdar angekommen war es sehr kalt. Mittlerweile scheint es auch hier herbstlich zu werden.
MandyOuzo - 21. Sep, 19:24
Heute wollte ich meine Istanbulkart für Studenten beantragen. Mit dieser Karte kann man in Istanbul noch günstiger Transportmittel nutzen als mit der normalen Istanbulkart. Dazu musste ich mit meinen Dokumenten (ausgefülltes Formular, Studienbescheinigung, Foto, Reisepass, 10TL) zu einem bestimmten Amt gehen, das nur 8 Min. von meinem Zuhause entfernt sein sollte. Natürlich habe ich es trotzdem wieder nicht gefunden und musste mich durchfragen. Zunächst wollte ich eine Frau fragen, die aber so an mir vorbeigelaufen ist. Dann habe ich ein Pärchen gefragt, das mich bis zur Straßenkreuzung mitgenommen und mir gesagt hat, wie ich weiterkomme. Endlich beim Amt angekommen, war alles recht einfach. Ich musste nur kurz warten, dann meine Dokumente abgeben und konnte schon nach ein paar Minuten meine neue Karte in den Händen halten. Nach insgesamt nur einer Stunde war ich zuhause, was für ein Rekord =)
Dort habe ich per Facebook ein sehr „verlockendes“ Angebot bekommen. Ein Türke hat geschrieben er hätte eine Reise nach Antalya gewonnen und ob ich denn nicht mit möchte. Aber ich habe dankend abgelehnt :D
Ansonsten war der Nachmittag recht langweilig. Mit bewölkten 20 Grad war es nun auch nicht grad verlockend rauszugehen. Also habe ich mir etwas zu essen gemacht. Eine schlechte Idee. Die Türken haben eine sehr interessante Auffassung davon, was eine Soße ist. Zumindest wollte ich Nudeln mit Tomatensoße aus der Tüte machen. Diese Soße hätte man auch Suppe oder heißes Wasser mit Tomatenaroma nennen können. Sie hatte kaum Geschmack.
Abends war ich dann mit meiner Freundin in Taksim, um ein Bier zu trinken. Dazu haben wir eine kleine Bar gefunden, in der ein Türke mit Gitarre Livemusik gespielt und dazu gesungen hat. Das war sehr gut, nur leider echt viel zu laut. Dann kamen noch weitere Leute zu uns dazu und wir haben uns an einen anderen Platz begeben, das Karakedi, schwarze Katze. Allerdings liefen wir dazu in eine Seitenstraße und dann in ein zwar beleuchtetes, aber scheinbar leerstehendes Gebäude hinein. Im dritten Stock war dann eine alternative türkische Bar. Diese hätten wir ansonsten sicher nie gefunden. Hier wurde auch Livemusik gespielt und das Bier war sehr günstig =) Später bin ich dann mit dem Bus nach Hause gefahren.
MandyOuzo - 20. Sep, 18:31