Montag, 23. September 2013

Viele waren verzweifelt und haben geweint…

Was für ein wundervoller Start in den Tag! Heute Morgen klingelte mein Wecker um 6:15. Und ich dachte schon ich sei im Auslandssemester… Da mein Shuttlebus um 7:15 kommen sollte, musste ich recht früh aufstehen. Für heute standen drei Kurse auf dem Plan. Leider habe ich meinen ersten, der um 8:40 beginnen sollte, schon gleich um zehn Minuten verpasst, da der Bus so lange im Stau stand. Statt normalerweise 50 Minuten, hat der Bus heute anderthalb Stunden gebraucht.
Zum Glück haben die Dozenten sehr freundlich reagiert. Bei dem Kurs geht es um Empirical Research. Das hatte ich eigentlich schon im letzten Semester, aber ich habe das Gefühl, dass ich hier noch mehr erfahren kann. (Außerdem war ich im letzten Semester eher selten in dem Kurs…) Die Dozentin startete mit den Worten, dass beim letzten Kurs viele verzweifelt sind und geweint haben. Aber sie hätten das System für dieses Jahr geändert. Das hoffe ich mal. Aber so schlimm kann es eigentlich nicht sein. Das Spannende an diesem Kurs ist, dass er von einer Russin und einem Italiener unterrichtet wird. Beide Akzente sind sehr unterschiedlich und diese Mischung ist wirklich spannend :D In diesem Kurs wurde auch der Unterschied zu einer öffentlichen Uni deutlich. Nur ca. zwölf Studenten besuchen ihn.
Danach hatte ich erstmal zwei Stunden Pause. Da ich noch nichts gefrühstückt hatte, wollte ich mir etwas in der Cafeteria holen. Diese hatte allerdings geschlossen. Dann habe ich die Studenten, die ihr Frühstück vor sich hatten, gefragt wo sie es herhaben. „Aus der Cafeteria.“ Mh. Also scheint sie zeitweise geschlossen zu sein. Das weiß man aber auch nicht so genau, da keine Öffnungszeiten dranstehen und auch im Internet keine zu finden sind. Was also tun? Natürlich in den unieigenen Supermarkt! Dort war die Frühstücksauswahl allerdings nicht so groß. Nächstes Mal muss ich mir wirklich Frühstück mitbringen.
Als ich mir im (auch unieigenen) Starbucks einen Kaffee holen wollte, habe ich meine Mitbewohnerin getroffen, mit der ich dann zusammen den Kaffee getrunken habe.
Danach hatte ich den Kurs „Abnormal Behavior“. Diesmal sind fünf Studenten im Kurs. Dieser ist sehr anspruchsvoll, aber wirklich sehr interessant. Es wird zunächst darum gehen, was überhaupt normal ist. Daraufhin werden Krankheiten wie Schizophrenie, bipolare Störungen oder z.B. Depressionen an Beispielen von Literatur und Filmen besprochen. Die Dozentin spricht sehr gut Englisch.
Nach dem Kurs habe ich meine Freundin und meine Mitbewohnerin getroffen und habe diesmal im Café einen Köfte Dürüm gegessen, der sein Geld so viel mehr wert war als das Mensaessen.
Im Buchladen musste ich mir für den Behavior-Kurs ein Buch kaufen. Mit 89TL kein Schnäppchen, aber ich habe die Hoffnung, es auch nach dem Kurs noch benutzen zu können. Dort habe ich eine andere Austauschstudentin getroffen, die gerade sehr unter Heimweh leidet und ich musste sie erstmal trösten =( Heimweh zu haben kann ich von mir gerade zum Glück nicht behaupten.
Der letzte Kurs für diesen Tag war ein Literaturkurs, in dem es um Ideologien und Wiederstand geht. Die Dozentin hat eine sehr lange Einführung gegeben, die zwar interessant, aber eben lang war. Für diesen Kurs muss ich fünf Romane lesen, die alle sehr spannend sind. Mal schauen, ob ich es schaffe, sie alle zu lesen. Der Kurs wurde schon eher beendet, sodass ich den Shuttle nehmen konnte, der zwei Stunden früher losfahren sollte. Allerdings war wieder so viel Stau, dass ich erst anderthalb Stunden später in Kadiköy ankam. Nun war ich ziemlich fertig von den vielen Eindrücken, den vielen englischen Fachausdrücken und müde, weil ich so früh aufgestanden bin. Aber ich musste noch einkaufen. Bei diesem Einkauf habe ich die leckersten Oliven überhaupt gefunden =) Ich habe versucht, dem Verkäufer klar zu machen, dass ich welche ohne Stein haben wollte. So kam ich dazu, einige zu probieren. Heute habe ich mir auch endlich mal ein Innenfutter für die Bettdecke gekauft, da es nachts doch schon relativ kühl wird.
Unsere Dusche ist seit ein paar Tagen kaputt. Erst fing der Duschkopf an zu tropfen, jetzt fließt die ganze Zeit Wasser heraus. Der Vermieter und sein Cousin waren kurz da, um das Wasser zu stoppen und die Dusche dann am nächsten Tag zu reparieren.

No!

Heute habe ich mal wieder versucht auszuschlafen. Das klappt hier aber leider irgendwie nicht. Ich wache immer zwischen halb neun und neun auf. Mit ein paar Leuten haben wir abgemacht uns in Europa zu treffen, um auf den großen Basar zu gehen und ein paar Dinge zu kaufen. Leider habe ich dann herausgefunden, dass er sonntags geschlossen hat. Zwar gibt es keine gesetzlichen Ladenöffnungszeiten in der Türkei, aber irgendwie scheinen doch manche Läden oder Basare an bestimmten Tagen geschlossen zu sein.
Wir haben dann beschlossen, einfach ein wenig durch Istanbul zu laufen und einen Tee zu trinken. Am großen Basar sind wir dann in einem Restaurant gelandet, wo ich im Januar schon gewesen bin und das ich sehr freundlich in Erinnerung hatte. Als wir allerdings nur einen Tee bestellen wollten, sagte der Kellner „No!“. Er wollte unbedingt, dass wir was essen, damit es sich für ihn mehr lohnt. Und da er sehr unfreundlich wurde, sind wir dann gegangen. Im nächsten Imbiss haben wir dann unseren Tee bekommen und sogar etwas zu essen bestellt. Ich hatte Menemen, Rührei mit Tomaten und Paprika, das mir im Vornherein sehr empfohlen wurde. Leider schmeckte es nicht so gut und Salz, Pfeffer und massig Chili haben es auch nicht besser gemacht :D In diesem Imbiss hat uns dann auch meine Freundin gefunden.
Dann wollten wir zu einem Flohmarkt, der heute stattfinden sollte, aber ziemlich weit weg war. Deswegen haben wir nur einen Spaziergang gemacht und in Beyoglu mit Blick auf Istanbul einen Tee getrunken. Dann musste ich auch schon wieder nach Hause. Abends habe ich ein paar Dinge für die Uni bereitgelegt und war schon sehr aufgeregt, wie mein erster richtiger Unitag werden würde.

Nachtrag

In Istanbul gibt es unheimlich viele streunende Hunde und Katzen. Das ist manchmal wirklich schwierig mit anzusehen. Manchmal werden die Tiere sogar akzeptiert: Es werden Futter und Wasser für sie hingestellt. Die Hunde werden manchmal genutzt, um das „Revier“ zu bewachen vor anderen Hunden oder Eindringlingen.
In Şile am Strand war es nun so, dass wir unser Essen ausgepackt und dann sofort ein Hund angetrottet kam, um zu betteln. Das war eine schwierige Situation. Einerseits wussten wir, dass er hungrig war, andererseits wollten wir ihm aber nichts geben, weil er sonst nur noch mehr gebettelt hätte.

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