Donnerstag, 19. September 2013

Heeey, are you interested in our Club???

Heute wollte ich erst später zur Uni fahren. Mein Shuttlebus sollte aber schon um 10:30h fahren. Deshalb bin ich nach Taksim gefahren, um von da aus den Shuttle um 12:30h zu nehmen. Also von Kadiköy in Asien nach Taksim in Europa, um wieder über Kadiköy zur Uni zu fahren… Da ich noch Zeit hatte, bin ich durch den Gezipark geschlendert. Da es gestern um die 30 Grad waren, war der Schatten dort sehr erholsam. Und man hatte einen tollen Blick auf die Atatürkbrücke. Meine Freundin sollte auch dazukommen, aber sie war schon sehr spät. Zum Glück war eine im Bus, die Deutsch und Türkisch sprechen konnte und den Fahrer dazu gebracht hat, noch etwas zu warten. Dazu hat er alle Studenten im Bus gefragt, ob es in Ordnung ist. Dann kam meine Freundin auch schon und wir konnten losfahren. Auf dem Weg haben wir uns mit der anderen Deutschen unterhalten. Sie kommt aus Deutschland und ist die Tochter von Türken. Istanbul kennt sie eher aus dem Urlaub und nun wollte sie mal die Zeit nutzen, länger zu bleiben.
An der Uni war schon viel los, als wir angekommen sind. Heute sollten sich die unterschiedlichen Clubs vorstellen. Diese Clubkultur hier scheint aus dem Amerikanischen übernommen worden zu sein. Es gab Clubs für Kunst, Musik oder Keramik zum Beispiel, aber auch solche für Nanotechnologie oder Robotik. Am meisten haben mich aber die Sportclubs interessiert, von denen sich aber nur wenige vorgestellt haben, z.B. Klettern, Tauchen oder Segeln. Wir lassen uns nun einfach erstmal eine E-Mail mit den wichtigsten Infos schicken und überlegen dann, ob wir irgendwo beitreten. Beim Kunstclub haben wir gleich ein Buch geschenkt bekommen, das auch wirklich sehr interessant ist. Beim Klettern hat meine Freundin ihren Kletterschein gezeigt, der bestätigt, dass sie sichern darf. Allerdings war er auf Deutsch und es war ein Bild von den Alpen darauf zu sehen. Die türkischen Studenten wichen sofort ehrfurchtsvoll einen Schritt zurück, als sie ihn gezeigt hat, da sie wahrscheinlich dachten, dass das ein Pass zum Bergklettern sei.
Ansonsten haben wir eine kleine Reise zu den Büros unternommen, da ich mein Learning Agreement, ein Formular, das zeigt, welche Kurse ich mir in Deutschland anrechnen lassen kann, abholen wollte. Die Büros sind zwar alle nummeriert, allerdings sind die Nummern unsortiert. Also bringt die Beschriftung eigentlich garnichts. Trotzdem hat mir die Atmosphäre dort gut gefallen, denn alle waren sehr hilfsbereit. Zum Beispiel musste ich zu einer Burcu, aber ich hatte ihren Nachnamen vergessen. Natürlich war ich dann bei der falschen. Aber sie hat mich dann freundlich weiterverwiesen zu einer anderen Burcu. Ansonsten konnten wir viele Fragen stellen. Hier wurde auch deutlich, was die Dozentin am Tag zuvor an einem Beispiel für die türkische Kultur deutlich machen wollte. Es ist so, dass man hier nicht ein Arbeitsverhältnis pflegt wie in Deutschland, in dem man Persönliches für sich behält, sondern hier wird über die Familie und Freunde gesprochen und alles miteinander geteilt. Das war sehr interessant zu beobachten. Eine Türkin geht zu einer anderen, sie unterhalten sich über Familie und Freunde und dann geht es um die eigentliche Sache, weswegen man gekommen ist.
Diesmal haben wir den Shuttle nach Kadiköy bekommen. Meine Freundin ist mit mir gefahren, da wir noch etwas essen gehen wollten. Dann haben wir einen Imbiss gefunden. Dort wollten wir etwas bestellen, konnten uns aber nicht so recht entscheiden. Der Kellner hat dann einen Bekannten gerufen, der Englisch sprechen konnte und er hat für uns etwas bestellt. Er hat uns eingeladen, nach dem Essen bei ihm im Hotelcafé einen Tee zu trinken.
Wir haben dann so einiges bekommen, was unheimlich lecker war. Köfte, vegetarisches Köfte, Lamm, Salat, Brot und Ayran. Dann sind wir dann ins Café gegangen und haben mit ihm einen Tee getrunken und er hat uns einiges erzählt. Danach habe ich meine Freundin nach Hause gebracht und bin nach Hause gegangen.

Trampen auf Türkisch

Heute habe ich es in zehn Minuten zum Shuttlebus geschafft, yeah! Aber das Aufstehen fiel mir wieder recht schwer. Meine Uni sieht übrigens sehr interessant aus. Sie erinnert mich irgendwie an Roosevelt, Aliens und Ufos, da die Bauweise sehr pragmatisch ist. Außerdem sind die Fassaden schon sehr verwittert, obwohl die Uni erst seit 1999 besteht. Vielleicht werde ich nicht den Kurs Abnormal Behavior, sondern Extraterrestrial Behavior oder Ähnliches machen. Der Treffpunkt war wieder Starbucks, natürlich wieder mit türkischem Kaffee.
Für den heutigen Tag standen einige Seminare an. Nachdem wir den Raum gefunden hatten, ging es auch schon los mit Turkish Culture. Dieses Seminar war ein Einführungsseminar und es war ziemlich gut, da die Dozentin ziemlich gutes Englisch gesprochen hat und man ihr folgen konnte. Außerdem hat sie viele Beispiele zu ihren Punkten gegeben. Allerdings hat sie sehr lange sehr allgemein über Kultur gesprochen, ich hätte gern mehr über die türkische Kultur im Speziellen erfahren. Danach wurden noch weitere Seminare gehalten zu Aktivitäten an der Uni, Dinge, die man zusätzlich machen kann und am besten: IT. Jedes der Seminare hat ca. eine Stunde gedauert, bis auf dieses. Die Dozentin hat eine Präsentation gezeigt, englische Sätze schlecht vorgetragen und schien nicht kompetent genug, um weitere Fragen beantworten zu können. Nach zehn Minuten war das Seminar vorbei, ohne dass ich wirklich was dazugelernt habe.
Das Essen war leider nicht anders als gestern, wieder kalt und mit diesmal nur 8TL preislich immer noch restaurantreif. Danach haben wir einige Dinge erledigt. Für die Aufenthaltsgenehmigung brauchen wir ein Zertifikat von der Uni, das wir abgeholt haben. Das haben wir dann kopieren lassen. Da der Verkäufer bei den Kopierern nur Türkisch spricht, wieder ein Abenteuer. Besonders als ich ein Formular ausdrucken wollte, um eine vergünstigte Karte für die Transporte in Istanbul zu bekommen… Später sind wir noch in ein nettes Café auf dem Campus gegangen und haben Getränke bestellt. Die Preise für das Essen waren günstiger als in der Mensa… Das nächste Mal werde ich hierhin gehen. Vielleicht ist dann sogar die Qualität auch noch gut. Es waren noch dreißig Minuten bis der Bus Shuttle kommen sollte. Eigentlich genug Zeit. Leider hat es nur soo lange gedauert, bis die Getränke da waren, dass wir gleich gehen und zum Bus sprinten mussten. Wir haben ihn dann unten an der Pforte abgefangen, aber er war bis auf den letzten Platz besetzt. Es sollten aber noch weitere Busse kommen. Dies war auch der Fall. Nur hat keiner davon angehalten und wir wurden immer weiter verwiesen. Als wir am Abfahrtspunkt ankamen, waren natürlich keine Shuttles mehr da. Es war 15:45h und der nächste Bus würde um 18:00h fahren. Also sind wir unsere Möglichkeiten durchgegangen:
1. Wir nehmen den Bus um 18:00h. Das würde aber einiges an Wartezeit bedeuten und wir wären ziemlich spät zuhause.
2. Wir nehmen den Bus nach Taksim auf die europäische Seite um 16:45h und fahren dann mit Füniküler und Fähre zurück nach Kadiköy. Sehr umständlich.
3. Wir rufen ein Taxi und fahren zum nahegelegenen Flughafen. Von da aus weiter mit dem Bus Shuttle oder dem Stadtbus nach Kadiköy. Aber wo können wir ein Taxi herbekommen?
Ungefähr dann kam gerade ein Taxi vorbei, das Menschen zur Uni gebracht hat. Leider hat uns das jemand vor der Nase weggeschnappt. Dann standen wir einige Zeit vor der Pforte und waren recht ratlos. Einer von uns hat sich dann mit den Pförtnern rumgeschlagen, um ein Taxi zu bestellen (was sich im Nachhinein als recht unmöglich herausgestellt hat…). Währenddessen haben viele Autos die Uni verlassen. Als wir uns gerade am ehesten für Möglichkeit 2 entschieden haben, hielt ein Auto an und die Menschen darin haben gefragt, ob wir Hilfe brauchen. Wir haben das Problem erklärt und sie boten uns an, uns bis zur Metro mitzunehmen. Allerdings gab es noch ein Problem: Wir waren vier Leute und zwei Plätze im Auto waren bereits besetzt…
Das stellt aber kein Problem in der Türkei dar! Also haben wir uns zu viert auf die Rückbank gequetscht und sind ca. eine Viertelstunde zur Metrostation mitgefahren und haben uns mit den Leuten unterhalten, so gut es ging. Dann sind wir ausgestiegen und haben uns bedankt. In Deutschland wäre sowas glaube ich nicht möglich gewesen. Dann haben wir die Metro nach Hause genommen und haben auch noch statt 8 nur 1TL bezahlt. Das machen wir öfters ;)
Deshalb war ich auch garnicht so spät in Kadiköy. Ich habe mich noch erkundigt, wo ich meine vergünstigte Istanbulkart bekommen kann und bin dann nach Hause gelaufen.
Ohja, heute Morgen habe ich meinen neuen Mitbewohner kennengelernt. Er kommt aus Italien.
Abends saßen wir dann mit den Mitbewohnern in seinem Zimmer und haben uns unterhalten.
Später am Abend haben wir uns mit ein paar Erasmusstudenten getroffen, um nach Taksim zu einer Willkommensparty der Uni zu fahren.
Der Club war schwer zu finden, denn sein Name stand nicht außen an der Tür. Wir wussten nur, dass in der Nähe eine Schule sein sollte. Allerdings stellte sich heraus, dass die Party im vierten Stock sein würde, mit Blick über den Bosporus und die Altstadt von Istanbul: wunderschön! Der Eintritt war zum Glück frei. Dann wollten wir etwas zu trinken kaufen und das mit unserer neuen ESN-Card bezahlen, mit der wir bis Mitternacht Getränke für den halben Preis bekommen sollten. Das hat aber nicht funktioniert. So kam es, dass wir für einen Wodkacherry und ein (deutsches!) Bier 35TL bezahlt haben. Ganz schön teuer! Aber die Party war sehr lustig und wir haben ein paar neue Leute kennengelernt und getanzt.
Auf dem Weg zurück habe ich endlich mal den Köfteburger von Mc Donalds probiert. Leider war er recht enttäuschend. Nächstes Mal gibt es dann wieder für ein Drittel des Preises einen frischen Hähnchendöner… Dann gings wieder mit dem Dolmuş nach Hause.

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