Samstag, 14. September 2013

Vor der Hochzeit noch einen Abstecher nach Istanbul

Heute Nacht gab es ein Gewitter mit unglaublich viel Regen. Dies war nun das erste Mal, dass ich erlebt habe, dass es hier regnet. Zum Glück in der Nacht. Die für heute angesagte Tour auf die Prinzeninseln wurde aufgrund schlechten Wetters abgesagt – 24 Grad und etwas bewölkt.
An diesem Samstag sind die drei Leute aus dem einen Zimmer ausgezogen. Und sie haben den Wodka meiner Mitbewohnerin geklaut! Was für ein asoziales Verhalten. Wodka ist hier leider sehr teuer und so müssen wir nun auf den nächsten Besuch aus Polen warten =)Am Nachmittag habe ich mich mit meinen Mitbewohnerinnen und zwei Deutschen getroffen, um den Stadtteil Kadıköy ein bisschen zu erkunden. Eine der Deutschen wohnt hier und hat uns zu einem sehr schönen Teegarten geführt, wo wir dann unseren Çay getrunken haben. Dazu haben wir verschiedenes Essen bestellt. Ich hatte die Günün Çorbası, Tagessuppe, die sich als Tomatensuppe herausstellte und Peynirli Börek. Dies ist Blätterteig mit Käse, in diesem Fall zusammengerollt als Schnecke und mit Kümmel darauf. Sehr lecker! Andere hatten auch Käsekuchen oder Tiramisu. Wir haben uns ein bisschen über unser Leben in Istanbul und unsere Universitäten ausgetauscht. Was das betrifft, scheint es bei jedem unorganisiert zu sein. Beruhigend. Hier im Teegarten war ich sicher nicht das letzte Mal.
Danach sind wir etwas shoppen gewesen und haben meine Mitbewohnerinnen dabei verloren. Leider hatte ich die Handynummern nicht, und so sind wir zur Wedding Street gelaufen. Diese Straße macht ihrem Namen alle Ehre. Sie ist übersäumt mit Geschäften voll wunderschöner Brautkleider. Bevor ich heirate, werde ich wohl mal einen Abstecher nach Istanbul machen müssen :D
Daraufhin haben wir uns türkische Süßspeisen gekauft. Ich weiß bis jetzt nicht wie sie heißen, aber sie waren unheimlich lecker. Eine erinnerte an Berliner, eine schmeckte nach Pistazien. Auf unserem Weg sind wir an einem (der unglaublichen vielen) Monument(e) von Atatürk („Beylerbey“, Vater der Väter und Republiksgründer der Türkei) vorbeigekommen. Daran schloss sich ein Regierungsgebäude oder ähnliches an. Zumindest parkten davor viele Busse, in denen sich Polizisten tummelten, die sich wohl auf vielleicht bevorstehende Unruhen vorbereiteten.
Da deutsche Handys in der Türkei registriert werden müssen, damit sie funktionieren, sind wir auf gut Glück in einen Turkcell-Laden gegangen. Leider reichten meine Türkischkenntnisse nicht aus, um das Problem zu beschreiben. Aber natürlich kannten die Verkäufer jemanden, der sehr gut Deutsch sprach, den ich dann fragen konnte. Mein Handy werde ich wohl also für 125 TL registrieren müssen, ganz schön viel Geld. Vielleicht geht es auch für weniger, da muss ich mich mal erkundigen.
Auf unserem Rückweg sind wir an vielen vielen Bussen vorbeigekommen, die am Straßenrand standen, davor wieder Polizisten. Diesmal teilweise mit Waffen und dicken Schienbeinschonern. Dies sollte vielleicht eine bedrohliche Situation darstellen, aber die Einheimischen schien es nicht zu interessieren und so haben wir uns auch ganz normal auf den Weg gemacht.
Zuhause habe ich dann noch mit meinen Mitbewohnerinnen Wodka Mango getrunken (der wurde nicht geklaut ;)) und mich mit ihnen über die Unterschiede zwischen Polen und Deutschland und weitere Themen unterhalten. Abends habe ich noch mit Mama und Frank und dann mit Uwe telefoniert =)

Dosenwerfen am Bosporus

Heute habe ich den Vormittag über kaum was gemacht. Am Nachmittag bin ich mit der Fähre nach Europa gefahren, um bei der Blauen Moschee zwei andere deutsche Studenten zu treffen, die ich am Abend zuvor kennengelernt habe. Dort auf dem Platz war es unheimlich kalabalık, wie man auf Türkisch sagen würde, überfüllt mit Menschen. Wir sind über den Platz gelaufen und an verschiedenen Buden vorbei, die zu Kulturexpo gehören. Dort wurden türkische und koreanische landestypische Dinge verkauft. Dann sind wir bei einer Bühne gelandet, wo gerade beispielhaft eine koreanische Hochzeit zelebriert wurde. Das scheint sehr streng abzulaufen. Von den Erklärungen hat man aber teilweise das Türkische besser verstanden als das Englische :D Dann haben wir uns auf den Weg zum Bosporus gemacht und sind durch einige Gassen durch ein Wohnviertel gelaufen, in denen die Männer Backgammon, wohl DER Volkssport in der Türkei, und die Kinder Fußball gespielt haben. Danach ging es zum Bosporus. Dort haben wir uns ans Wasser gesetzt. Es waren Sitzsäcke und Plastiktische aufgebaut. Wir haben einen Tee bestellt und der Çaycı, der Teekocher, hat ihn uns gebracht. Die Sicht war einfach super. Es war wieder unheimlich warm und man hatte einen guten Blick auf die asiatische Seite und die Prinzeninseln. Vor uns auf der Promenade wurden dann noch mehr Sitzgelegenheiten aufgebaut und natürlich Backgammonspiele auf die Tische verteilt. Hier und da kamen mal Männer vorbei mit kleinen Wagen, in denen sie z.B. Mais verkaufen.
Dann haben wir uns auf den Weg gemacht am Bosporus entlang. Dort sind wir immer wieder auf Menschen gestoßen, die darin gebadet haben (obwohl uns sehr davon abgeraten wurde aufgrund der Wasserqualität…) und ihre Sommerresidenz dort aufgebaut haben mit kleinen Decken, Kochern und sonstigem. Wir kamen wir daraufhin an etwas vorbei, das wir scherzhaft Dosenwerfen betitelt haben: Am Ufer waren zwei Stäbe, die mit einem Seil verbunden waren, ähnlich einer Wäscheleine. Daran hingen verschiedene Luftballons. Davor stand ein Tisch mit Gewehren darauf…Also scheint man wohl für ein paar Lira mit Gewehren auf Luftballons schießen zu können :D
Nach einem erfolgreichen Spaziergang haben wir dann noch am ägyptischen Basar gegessen. Ich hatte Käsetoast und war sehr skeptisch; es stellte sich aber doch als lecker heraus.
Dann habe ich mich auf den Weg zurück gemacht mit der Fähre und konnte noch einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Dort haben viele Menschen die Möwen gefüttert, die neben der Fähre herflogen. Es hat mich echt gewundert, wie schnell die fliegen können.
Gerade als ich von der Fähre heruntergehen wollte, fragte mich jemand ob ich Französisch sprechen könne. Da ich viel Französisch in der Schule gehabt habe und ein paar Floskeln eigentlich immer im Kopf bleiben, wäre es eigentlich kein Problem gewesen. Aber mein Kopf war so voll von deutschen, englischen und türkischen Vokabeln, dass mir kein einziges Wort Französisch einfallen wollte :D Das war wirklich komisch… und so haben wir uns auf gebrochenem Englisch unterhalten.
Daraufhin habe ich mich auf den Weg nach Hause begeben und für den Weg noch einen Ayran gekauft. Heute war es wieder ruhig auf den Straßen, obwohl ich im Nachhinein doch von Unruhen gehört habe. Zuhause angekommen habe ich meine neue Mitbewohnerin getroffen. Sie spricht Polnisch und Englisch, also wird es vielleicht doch noch was mit dem Englischlernen. Meine Mitbewohnerin wird auch an meine Uni gehen.
Später kam noch der Vermieter, um einige Dinge mit uns zu regeln. Zum Beispiel gibt es ein Zimmer bei uns, das zurzeit noch von einem gemietet wird, der eigentlich heute ausziehen wollte. Ihn habe ich zwar seit Tagen nicht gesehen, dafür aber seine zwei Freunde, die er eingeladen hat. Und heute habe ich hier noch zwei Mädchen gesehen, die ich nicht kannte. Sie sagten, sie seien Freunde von XY, den ich auch nicht kannte. Dies kam mir sehr komisch vor. Fünf Leute in diesem Zimmer?? Mhh… Das Problem ist auch, dass alles sehr dreckig ist und sie meine Sachen aus dem Kühlschrank essen und trinken. Und naja, wenn dann jemand geht und etwas aus den anderen Zimmern mitnimmt, weiß niemand, wer es war. Morgen sollen sie verschwinden, da bin ich mal gespannt. Ansonsten gab es noch Dinge zu regeln wegen der Nebenkosten usw. Nach einem entspannten Abend mit WG-Gesprächen ging es dann ins Bett.

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