Donnerstag, 12. September 2013

When u turn the button on right side, u should hear the clicks

Heute wollte ich mal ein bisschen ausschlafen und war dann aber trotzdem um acht Uhr wach, weil die Sonne in mein Zimmer schien. Ich glaube ich habe ein echt schönes Zimmer abbekommen. Es ist groß und hat ein Bett, ein Sofa, einen Schrank und einen Schreibtisch. Den Stuhl dazu musste ich mir aus einem anderen Zimmer holen :D Ich habe drei große Fenster und Aussicht auf das Haus gegenüber und ein bisschen darüber hinaus, da ich im vierten Stock wohne. Meine Mitbewohnerin hat es da schlechter getroffen: Sie sieht von ihrem Fenster aus auf unsere Küche und muss immer das Licht anschalten, um etwas zu sehen. Den Tag über musste ich leider etwas für die Bachelorarbeit tun. Nebenbei wollte ich ein bisschen Wäsche waschen, um zu schauen, ob es funktioniert. Und natürlich funktionierte es nicht. Ich war mir aber ziemlich sicher, die Waschmaschine schonmal gehört zu haben. Also habe ich jeden gefragt, ob er bereits einmal Wäsche gewaschen hat. Aber mysteriöserweise hat wohl noch niemand in der Wohnung Wäsche gewaschen, aber trotzdem die Maschine gehört. Interessant… Also habe ich dem Vermieter geschrieben, ob er mir helfen kann. Seinen ersten Tipp, Waschmittel (oder wie er geschrieben hat „Spülmittel“)zu benutzen, hatte ich übrigens schon befolgt. Dann sollte ich ihm ein Foto davon schicken und er schrieb mir darauf, dass ich doch die Knöpfe drücken solle. Das hatte ich übrigens auch schon ausprobiert. Wir sind dann so verblieben, dass er später vorbeikommen wollte, um sie anzustellen und mir darauf zu schreiben, wie es funktioniert.
Danach bin ich aber erstmal nach draußen gegangen, um Kopien zu machen und einkaufen zu gehen. Es war wieder unheimlich warm draußen, 30 Grad =) Dann habe ich einen Kopiershop gesucht. Zwar habe ich meinen Vermieter gefragt, wo ich einen finde. Er hat mir eine Straße genannt. Die habe ich aber nicht gefunden. Das war allerdings kein Problem, weil es Geschäfte für alles und jeden in jeder Straße gibt und so war auch der nächste Kopierer nicht weit. Ich habe versucht, auf Türkisch zu erklären, dass ich Kopien von meiner SD-Karte und von meinem Ausweis brauche und der Besitzer fragt: „Sprichst du Deutsch?“ Und ich dachte, na toll, wofür habe ich eigentlich Türkisch gelernt?? Aber ich habe mich weiter auf Türkisch mit ihm unterhalten und er hat mir erzählt, dass er zwölf Jahre in Köln gelebt hat. Da war er bestimmt gespannt darauf, mal wieder seine Deutschkenntnisse anzuwenden. Danach bin ich durch die Straßen gelaufen auf der Suche nach einem Supermarkt. Der war dann auch nicht weit entfernt und ich habe meine Einkäufe gemacht. Auf der Suche nach einer Tischlampe habe ich dann meine Mitbewohnerin zufällig in einem Geschäft getroffen und wir haben uns zusammen auf die Suche gemacht, weil sie auch eine brauchte. Also sind wir in den nächsten Laden gegangen und ich habe nach einer lamba gefragt. Uns wurden dann so einige unterschiedliche Glühlampen gezeigt… Bis ich dann erklärt habe, dass sie masa iҫin sein soll, für den Tisch. Da hat der Verkäufer doch wirklich eine Tischlampe hervorgezaubert, die aber eher aussah, als hätten sie schon drei Besitzer vor mir gehabt. Und der Preis war auch nicht in Ordnung. Also sind wir dann zum Einkaufszentrum gelaufen, wo ich schon einmal einkaufen war. Und dieses Mal haben wir den richtigen Eingang gefunden, also es gibt wirklich einen. Dort haben wir auch jeder eine Lampe gefunden. Dann aber die nächste Frage: Welche Glühlampe darf da rein? Also habe ich wieder gefragt, welche geeigneter ist und der Verkäufer hat mich verstanden. Später habe ich noch ein paar Oliven und etwas supersüßen Nachtisch mitgenommen. Dann ging es auch schon zurück. Meine Mitbewohnerin und ich wollten dann abends zu einem Erasmustreffen nach Europa. Dazu sind wir mit der Fähre gefahren. Auch im Dunkeln hat man einen wunderschönen Ausblick auf die tolle Skyline der Stadt mit ihren vielen beleuchteten Sehenswürdigkeiten. Der Kontrast zwischen den beleuchteten alten Moscheen und der neueren Atatürkbrücke ist atemberaubend! Dort angekommen sind wir mit der Füniküler nach Taksim gefahren. Dort war es friedlich wie beim letzten Mal, als ich dort war. Von den Ausschreitungen am Tag zuvor war fast nichts mehr zu sehen. Beim Gezi Park standen ein paar Barrikaden und ein paar bewaffnete Polizisten standen bereit, falls es wieder zu Unruhen kommen sollte.
Der Burger King beim Taksimplatz scheint DER Treffpunkt zu sein für Erasmusstudenten. Leider waren aber die Leute die wir treffen wollten, schon weg… Mh, was tun? Wir hatten keine Nummer von den Leuten, die wir treffen wollten. Also haben wir ein paar Türken gefragt, ob sie wissen wo die Bar ist. Wir sind die İstiklal Caddesi entlanggelaufen und haben uns in gebrochenem Englisch und ein bisschen Türkisch unterhalten. Die Straße war übrigens so voll wie in Deutschland nur an Weihnachten. Dass sie beleuchtet war, hat es nicht verbessert sich zu fühlen, als würde man Weihnachtseinkäufe machen: weiße Schneeflocken. Nur die Temperatur von ca. 26 Grad und die Straßenmusiker, die auf Sitar oder Saz gespielt haben, holten einen in den türkischen Herbst zurück. An einem Club namens „Lupe“ haben wir dann Halt gemacht. Dann mussten wir denen allerdings erklären, dass wir nicht L-U-P-E suchten, sondern L-O-O-P. Dies stellte sich als eher schwierig heraus. Einer der Türken zückte sein Iphone und hat das Wort gegoogelt. Diese Bar gab es wirklich, sie war aber ziemlich weit entfernt und ein „Retro Club“. Wir dachten uns, dass es ziemlich komisch sei, dass die ganzen Erasmusleute so einen weiten Weg laufen sollten, aber wir haben ihn einfach mal in Angriff genommen. Und sind dann auch so einige Zeit die Straße weiter runtergelaufen. Dann rechts, dann links, dann haben sie gefragt, dann noch weiter. Wir befanden uns nun in Beyoğlu, einem Stadtteil, der bekannt für seine Kneipen ist. Und genau so war es auch. Die Straßen waren voll mit Bars und Kneipen und obwohl es Donnerstag war, voll mit Menschen. Die Atmosphäre war sehr schön =)
Aber in der Bar LOOP war komischerweise garnichts los. Nur eine Bedienung stand an der Bar. Meine Mitbewohnerin wollte schon zurückgehen, da habe ich gesehen, dass es eine Treppe nach oben gab und wollte hochgehen, um zu schauen, ob da noch mehr Menschen sind. Ramadan und seine Freunde wollten aber weiter und haben sich verabschiedet. Leider konnte ich mich garnicht mehr richtig bei ihnen bedanken. Denn anfangs war ich sehr skeptisch, wie sie sich verhalten würden. Aber sie waren unheimlich nett und haben uns sehr weitergeholfen und bis vor die Bar geführt. Das fand ich unheimlich toll. Wir gingen dann in die Bar und siehe da: ca. 30 Erasmusstudenten waren schon da, also waren wir am richtigen Ort. Dort hatten wir einen schönen Abend. Aber ich muss sagen, ca. 80% der Leute waren Deutsche. Irgendwie war das recht doof, das habe ich mir anders vorgestellt. Aber bei den Deutschen scheint Istanbul wirklich zu boomen dieses Jahr. Naja, dafür war es mal wieder interessant zu erfahren, warum andere sich für Istanbul entschieden haben und wie sie die Organisation hinbekommen haben. Ansonsten habe ich mich bei vielen erkundigt, wie sich Istanbul momentan ist. Und von „Einheimischen“, Menschen, die schon ein paar Jahre hier wohnen und Studenten, die direkt am Taksimplatz habe ich erfahren, dass es nicht gefährlich ist, solange man von den Hauptplätzen und den angrenzenden Nebenstraßen entfernt bleibt. Das ist sehr beruhigend, denn in den deutschen Nachrichten erfährt man nur, dass alles ganz schlimm ist. Und alle haben auch wieder vom folgenden Phänomen berichtet: Zwischen acht Uhr abends und sechs Uhr morgens gibt es Unruhen. Danach fängt das normale Leben wieder an und die Schäden werden beseitigt.
Nach ein bisschen Tanzen sind wir dann zurückgelaufen zum Taskimplatz. Wir waren recht spät und es fuhren keine Busse und Metros mehr und wir mussten ja noch zurück nach Asien, also haben wir unsere erste Dolmuşerfahrung gemacht. Dies ist eine Art Großraumtaxi, mit dem sich der Großteil der Türken hier fortbewegt, wenn nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln. So sind wir dann quer durch das mittlerweile reeelativ ruhige Istanbul (soll heißen, kein Stau mehr) und über die schöne Atatürkbrücke mit einer tollen Aussicht gefahren. Diese halbstündige Fahrt hat uns ca. 2 Euro gekostet, also es ist wirklich günstig sich hier fortzubewegen. Ich konnte den Fahrer fragen, wie viel es kostet und habe seine Antwort verstanden, juhu! Ich habe echt Hoffnung, dass das mit dem Türkisch doch noch etwas klappt.
Zuhause habe ich nach der Wäsche geschaut und die Waschmaschine scheint wirklich zu funktionieren… Dazu die Anleitung des Vermieters:
„When u turn the button on right side, u should hear the clicks ;))
Otherwise it turns free and never comes to b or x
Maybe u can little press on it
That is all“

Alles klar… Das werde ich das nächste Mal beachten ;) Zum Abschluss des Tages ist mir noch meine Tischlampe heruntergefallen und ich brauche jetzt noch eine neue Glühlampe. Na toll. Başka bir lamba, lütfen.

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